Deutschlands Lehrer und Erzieher sind besonders wissensdurstig.  Sie müssen es auch sein. In vielen Bundesländern ist Fortbildung für Lehrer Pflicht. Gerade bei den schulinternen Fortbildungen (SchiLF) gibt es kein Pardon – da müssen die Lehrer selber nochmal auf die Schulbank. Ob sie wollen oder nicht. Aber: In der Regel wollen sie. Die meisten Lehrer ärgern sich schon seit Jahren. Sie fordern mehr und bessere Fortbildungen.

Fortbildung Lehrer in NRW: 53 Kompetenzzentren sollen helfen

Im grössten deutschen Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, ist das Ministerium Schule und Bildung besonders aktiv. Dort installiert und etabliert: Eine Website nur für die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrer. Und ebenso als Service verfügbar: Eine Suchmaschine, die die richtigen Fortbildungs-Massnahmen auswirft. Verteilt über die fünf Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster arbeiten 53 Kompetenzteams.

Attraktiv auch: Berliner Fortbildungen für Lehrer

In der Hauptstadt geht die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die Fortbildung für Lehrer strukturiert und systematisch an. Es gibt etliche Angebote und eine Organisation über ein Verbundsystem. Vier Verbünde mit jeweils drei Bezirken werfen ein engmaschiges Netz für Berliner Fortbildungen. Das Ergebnis: 67 Prozent der Berliner Lehrer geben an, schon mal eine Fortbildung besucht zu haben. Das hat eine Umfrage der Telekom-Stiftung unter 500 Lehrkräften im Jahr 2017 ergeben. Befragt wurden Pädagogen der MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Besonders gefragt: Didaktik, Lehrpläne und digitale Themen

Und von welchen Themen handelten die Fortbildungen: Dreiviertel der Teilnehmer wollten mehr zum Thema Didaktik erfahren, knapp 70% wollten Neuigkeiten über Lehrpläne und Lernprogramme wissen. Etwas mehr als die Hälfte buchten Fortbildungen zu digitalen Themen. Knapp die Hälfte ließ sich zu den Themen Inklusion fortbilden.

Fortbildung der Lehrer in Hessen: Kontroverse Diskussion

Gerade in Hessen kochte das Thema Fortbildung für Lehrer in den vergangenen Monaten hoch. Die wichtigsten Themen: Inklusion und Digitalisierung. Kritik gibt es massiv in Hessen. Vor allem die Versorgung von Fachlehrern für Grundschulen und Berufsschulen hat in Hessen für viel Ärger gesorgt. Hessische Lehrkräfteakademie bietet einen Veranstalterkatalog, einen Anbieterkatalog und einen Referentenkatalog.

Fortbildung Schule in Bayern: Viel Aktion, viel Kritik

Bayern hat – wie bei vielen Themen – auch hier eine Ausnahme-Stellung. Fortbildung für die bayerischen Lehrer? Gar nicht so dringend notwendig, heisst es gerne aus dem Kultusministerium. Bei uns ist ja eh alles fein. Fragt man die Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat, stellt sich das Bild schon differenzierter dar. Das Studium zu theoretisch, im Arbeitsalltag zu wenig Zeit und zu viel Mangelverwaltung. Fortbildung ist auch hier ein grosses Thema.  Immerhin gibt es in Bayern ein „Zentral-Organ“ für die Fort- und Weiterbildung für Lehrer. Eine Organisation, die auf den Namen FIBS hört – Fortbildung in bayerischen Schulen. Ein Akademie-Angebot für alle Schularten, unterteilt in relevante Keywords.

Lagerfeuer für wissensdurstige Lehrer: Der deutsche Bildungsserver

Im schwierigen Bildungs-Mix, gerne mit überreichlich Diskussionen und Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern, hat sich eine Institution etabliert – der deutsche Bildungsserver. Ein Portal, dass sowohl vom Bund und von den 16 Ländern getragen wird und diverse wichtige Aufgaben übernimmt.

Als Meta-Server bündet die Plattform relevante Infos von

  • Bund und Ländern
  • Der Europäischen Union,
  • von Hochschulen
  • Schulen
  • Landesinstituten
  • Wissenschaftliche Fachgesellschaften
  • Medienanbietern und Bibliotheken.

Ein smartes Tool mit der Möglichkeit, auch von extern Informationen einzutragen. Eine Fachredaktion checkt diese Einträge und macht sie dann der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Fazit:

Lebenslanges Lernen ist auch ein Thema für`s Lehrerzimmer. Doch der Spagat ist schmerzhaft. Auf der einen Seite die Verpflichtung zur Weiterbildung. Auf der anderen Seite wenig Unterstützung vom Arbeitgeber und dazu noch Überforderung, Lehrermangel, neue Lehrmethoden und der kollektive Druck, neue Devices in den Unterricht zu integrieren, ohne die notwendigen Mittel dafür in der Hand zu halten.

Deutschlands Lehrer haben es wahrlich nicht leicht.

Positiv: Die aktuelle Initiative der Bundesregierung.

Milliarden für die Bildungsoffensive sind ein gewichtiges Wort. Aber Abhilfe tut not. Für die Schulen. Und für die genervten Lehrer.