Neue Formen der Weiterbildung

Die Digitalisierung in Unternehmen geht voran. Nicht nur große Konzerne wissen, dass der Digitale Wandel ernst genommen werden muss, wenn man morgen nicht schon von gestern sein möchte. Auch der Mittelstand entdeckt die Notwendigkeit einer Rundumdigitalisierung: Von der digitalen Zeiterfassung bis zum automatisierten Fertigungsprozess sind die Möglichkeiten der neuen Technologien äußerst vielfältig.

Wie kommen da aber die Mitarbeiter mit? Wie sieht es mit der Lernfähigkeit der KollegInnen unter den neuen Bedingungen aus? Bei allen Neuerungen ist es wichtig, seine MitarbeiterInnen klug und effizient auf die Reise zur digitalen Transformation mitzunehmen. Alte Weiterbildungs- und Schulungssysteme stoßen hier an ihre Grenzen. Selbst „klassische“ eLearning-Formate wie Webinare stehlen im Zeitalter voller Auftragsbücher schlicht und ergreifend die Zeit, die wir nicht (mehr) haben.

Kurzum: Die Digitalisierung muss auch eine ganz neue Art der Weiterbildung mit sich bringen. Es leben die neuen Zauberworte: Mobile Learning und Gamification.

Der Spaß am lernen

Bereits vor einigen Jahren haben führende DidaktikexpertInnen und LernforscherInnen prognostiziert, dass in Zukunft insbesondere Mobile Learning, also das Lernen auf und mit Smartphones oder Tablets, zum Standard werden wird.

Anwendungen (Apps) zum wie Duolingo oder Babbel mach es vor: Mithilfe von spielerischen Elementen können NutzerInnen mit diesen Apps eine neue Sprache erlernen. Regelmäßige, kleine Unterrichtseinheiten und individuelle Übungen führen zu einem schnellen Lernerfolg. Und das Beste daran: Es macht Spaß!

Die Apps bedienen sich dem Prinzip des „Microlearning“. Im Microlearning werden Informationen in kompakte Einheiten geschnürt und als Lernbausteine verwendet. Diese kurzen Lernbausteine können oft innerhalb von 5 Minuten selbstständig bearbeitet werden.

Wir können dieses Wissen nutzen, um auch bei unserem MitarbeiterInnen die Lust am Lernen neu zu wecken. Wer erinnert sich nicht ab und zu mit Grauen an die Schultage zurück? Wie kann man Mitarbeitern die Angst vor Digitalisierung nehmen und motivieren, die neue Art der Weiterbildung, mit Freude zu lernen wirklich anzunehmen?

Anbei drei goldene Regeln Mitarbeitern eine positive Einstellung zur Weiterbildung leichter zu machen:

1 Freude am Lernen produziert Lust auf Lernen

Es gilt Freude am Lernen zu entdecken oder besser noch die Lust auf Lernen. „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ – Dieses fast zweitausend Jahre alte Zitat kritisierte schon damals die Schulen seiner Zeit. Zu Recht, wie aktuelle Lernforschung belegt. Trockene Theorie macht keinem Spaß. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern mit anschauliche Praxisbeispielen, wozu das gelernte konkret im Arbeitsalltag gebraucht und genutzt werden kann.

2 Mobile Learning nutzen

Lernen mit mobilen Geräten ist bereits ein wachsender Trend. Der Vorteil liegt auf der Hand: Mitarbeiter können die kurzen Trainingseinheiten unabhängig vom Arbeitsort jederzeit durchführen.

Nach einer aktuellen Studie setzen bereits 60% der befragten TeilnehmerInnen Mobile Learning ein bzw. planen den Einsatz. Mit knapp 90% sind die örtliche und zeitliche Flexibilität die stärksten Motive für die Einführung.

3 Quiz me if you can

Spiele schaffen es, Menschen in ihren Bann zu ziehen. Wer hat nicht schon einmal bei einer Quizshow mitgefiebert? Auch auf dem Mobiltelefon zählen Quizspiele zu den beliebtesten Anwendungen. Warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden?

Lerninhalte auf spielerische Weise zu vermitteln, wird auch als Gamification bezeichnet. Inhalte werden mithilfe der Spielelemente leichter, schneller und einfacher kommunizieren und so nachhaltiger im Gedächtnis verankern.

Fazit: Die Zukunft der digitalen Weiterbildung

Die Integration von Augmented Reality wird der nächste Schritt im digitalen Lernen sein. Interaktive Spiele, die Lerninhalte ansprechend in eine Geschichte verpacken (Adventure Games) sind nur noch zeitlich weit entfernt, weil die Entwicklung dieser spielerischen Form sehr viel Zeit und Ressourcen kostet. Noch. Spielerisch lernen ist die Zukunft. Wir müssen nur lernen, uns für die Akzeptanz der neuen Art einzusetzen. Aber es wird sich lohnen.

Ein Beitrag von Prof. Hansjörg Zimmermann
– Gründer & Geschäftsführer der WhatzLife GmbH –